Pflege im Ansaatjahr

Der erste Schnitt

Nach wenigen Wochen bedeckt Spontanvegetation die frisch eingesäte Fläche.
Sie wirkt zunächst als willkommener Schattenspender für keimende Wildblumen.
Erst wenn die Krautschicht über 20cm hoch ist und kein Licht mehr auf den Boden fällt,
wird der Bewuchs auf ungefähr 8cm Höhe geschnitten.
Das ist in der Regel nach 8Wochen nach der Ansaat der Fall.
Nehmen Sie das Schnittgut zusammen und führen Sie es ab.
Je nach Bodentyp und Nährstoffangebot müssen Sie diesen sogenannten Säuberungs-
oder Unkrautschnitt im ersten Jahr mehrfach wiederholen.

Jäten verboten

Versuchen Sie nicht, unerwünschte Gräser und Kräuter auszureissen oder auszustechen.
Dabei würden keimende Wildblumen ebenfalls ausgerissen werden.
Der Boden würde geöffnet, was zum Keimen weiterer Unkräuter führen kann.
Ausserdem sind die Keimlinge der unerwünschten und erwünschten Pflanzenarten im
Frühstadium leicht zu verwechseln.

Nie bewässern

Neu angelegte Blumenwiesen werden nicht bewässert, auch nicht während längerer
Trockenperioden. Die Gefahr wäre gross, mit der Wasserzufuhr mehr zu zerstören, als
zu retten. Denn von einer Bewässerung profitieren in erster Linie Gräser und Unkräuter.
Keine Schneckenkörner streuen
Sobald die ersten Wildpflanzen keimen, werden die Schnecken aktiv.
Sie wandern aus den angrenzenden Gebieten ein und fressen das frische Grün.
Es gilt Ruhe zu bewahren. Es bleiben noch genügend Keimlinge übrig.

Eine Blumenwiese richtig pflegen

Damit sich die Blumenwiese in den Jahren nach der Ansaat optimal entwickelt, braucht sie die entsprechende Pflege. Dabei geht es vor allem darum, die Wiese zum passenden Zeitpunkt
richtig zu mähen.
Im Jahr nach dem Jahr der Ansaat steht Ihre Blumenwiese zum ersten Mal in Blüte.
Geniessen Sie es! ( Einjährige Begleiter sorgen für die Blüte im ersten Jahr )

Ohne Mähen keine Wiese

Artenreiche Blumenwiesen sind durch die landwirtschaftliche Nutzung ehemals bewaldeter
Flächen entstanden. Blumenwiesen werden in der Landwirtschaft bis heute zur Heuproduktion
genutzt. Nur dank dieser Bewirtschaftung konnten sich die Tier- und Pflanzengesellschaften der Wiese entwickeln. Eine Blumenwiese muss gemäht werden.
Lassen Sie das Schnittgut während einiger sonniger Tage auf der Fläche trocknen, damit die
Samen ausfallen können. Wenden Sie das Heu regelmässig und entfernen Sie es erst, wenn es
ganz trocken ist. Das Heu eignet sich als Futter für Kleintiere oder kann zum Mulchen oder
Kompostieren verwendet werden. Lassen Sie das Schnittgut nie über Wochen auf der Fläche liegen.

Wie mähe ich richtig?

Am besten mit der Sense. Grössere Flächen mit Balkenmäher. Lassen Sie bei jedem Schnitt 10%
Der Fläche stehen oder mähen Sie die Fläche in Zwei Etappen. Sie schaffen so Rückzugsflächen
für Kleintiere und fördern die Artenvielfalt der Pflanzen, da die Samenreife variieren kann.

Wie viele Schnitte?

Wie oft eine Wiese gemäht werden muss ist abhängig vom Wiesentyp und von der Wüchsigkeit.
Bei sehr mageren Böden und sonnigem Standort kann ein Schnitt im Juli reichen.
Bei nährstoffreichen Böden sind bis zu drei Schnitt nötig.
Als Schnitthöhe haben sich 7cm bewährt.

Wann mähen?

Der richtige Zeitpunkt ist kurz vor der Samenreife der Gräser. Es handelt sich dabei selbstverständlich
um eine Zeitspanne. Über die Jahre hinweg wirkt sich ein Variieren des Schnittzeitpunktes um einige Wochen positiv auf die Artenvielfalt aus.
Im September sollten Sie einen letzten Schnitt ausführen, wenn der Bewuchs hoch genug ist und
die Blumen verblüht sind.
Die Wiese sollte geschnitten aber nicht frischgeschnitten in den Winter gehen.
Weder düngen noch bewässern
Blumenwiesen werden nie gedüngt.
Wie im Ansaatjahr sollten Sie die Wiese auch in den folgenden Jahren nicht wässern.
Eine verdorrte Fläche mag im Augenblick ungepflegt wirken, eröffnet jedoch einigen attraktiven
Wildblumenarten eine Chance, sich nach Ende der Trockenzeit auszubreiten.